Jazzclub Schwalbach
in der Kulturkreis Schwalbach am Taunus GmbH

Der nächste Zulu´s Ball ist am 23. Februar 2019. Mehr dazu demnächst hier!

38. Zulu's Ball, 3. Februar 2018. Wieder war es ein unvergleichliches Ereignis!

Erste Reaktionen finden sie hier.

Auch noch nach fast 40 Jahren konnten wir unseren Jazzfreunden ein Event anbieten, das nach wie vor ungebrochene Begeisterung auslöst. Der Zulu’s Ball in Schwalbach hat sich im Rhein-Main-Gebiet –und darüber hinaus– wegen seiner Einzigartigkeit als herausragendes Jazzereignis etabliert, was in jedem Jahr durch die große Anzahl von Besuchern, darunter viele Stammgäste, aufs Neue unterstrichen wird.

Am 3. Februar 2018 war es wieder soweit, der 38. Zulu’s Ball verwandelte das Schwalbacher Bürgerhaus in eine Jazz-Hall à la New Orleans. Viele ehrenamtliche Helfer sorgten durch stilvolle Dekoration dafür, dass sich die Besucher nicht in einem nüchternen Bürgerhaus befinden, sondern das Gefühl hatten, im Süden der USA zu sein. Die Hauptsache war natürlich die Musik: mehr als 40 Spitzenkräfte der Jazzszene spielten für die Besucher auf 3 Bühnen in Formationen von größerer, mittlerer und kleiner Besetzung. Auf jeder der 3 Bühnen wechselten sich die Interpreten im regelmäßigen Turnus ab und sorgten stets für neuen Schwung, wobei aufgrund der verschiedenen Stilrichtungen des Jazz, den die Bands pflegen, die Attraktivität noch erhöht wurde. Man konnte den Zulu’s Ball von seinem Sitzplatz aus genießen, sich ausgiebig auf der Tanzfläche bewegen oder zwischen den 3 Spielorten flanieren, auch mit einem Glas in der Hand.

Den Anfang machte die Original Zulu’s Brassband mit ihrem schwungvollen Einmarsch durch die Reihen des Ball Rooms und garantierte mit ihrem traditionellen Auftritt beste Stimmung von Beginn an.

Ball Room

Hier machte das SWING DANCE ORCHESTRA (SDO) aus Berlin den Anfang. Über diese, Europas beste Swing Bigband, viele Worte zu verlieren, erübrigt sich eigentlich. Seit vielen Jahren sind die Musiker das Highlight des Zulu’s Ball und erfreuen die Besucher mit den Swing-Hits der dreißiger Jahre, natürlich unverstärkt, in den Originalarrangements und in stilechter Garderobe auf der Bühne. Unter der Leitung des „Swing King ” Andrej Hermlin hat sich das 1987 gegründete SWING DANCE ORCHESTRA internationale Anerkennng erworben, insbesondere auch durch zahlreiche Erfolge in der Jazz-Metropole New York.

Auch die RED HOT HOTTENTOTS, mit denen sich das SDO abwechselnd die Bühne teilte, gehören zum „Urgestein“ des Zulu’s Ball. Kreativität, Abwechslungsreichtum und unbändige Spielfreude kennzeichnen diese Frankfurter Traditions-Band, die aus den Wurzeln des traditionellen Jazz ein Repertoire schöpft, das ihr Publikum stets aufs Neue be-geistert. Die Red Hot Hottentots wurden vor rund 45 Jahren gegründet und bieten in ihrem Programm neben Klassikern der New Orleans Tradition bekannte Evergreens aus allen Bereichen der Swing-Ära, und das durchaus auch in modernerer Gestaltung. Dazu runden eigene Arrangements ihr Repertoire ab, das Hör- und Tanzvergnügen gleichermaßen verspricht. Die Red Hot Hottentots haben in Schwalbach schon bei ersten Zulu´s Ball auf der Bühne gestanden und sind daher vielen Jazzfreunden bestens bekannt.

Blues Corner

An diesem Spielort ging es etwas enger zu. Hier erlebte das Publikum in hautnahem Kontakt mit dem Bühnen- personal eine besondere Stimmung; der Musik-Funke infizierte die Anwesenden augenblicklich, niemand blieb ruhig sitzen, als der Blues Fahrt aufnahm und das Washboard die Hitze und Lebensfreude aus den Südstaaten ahnen lies. Die beiden auf dieser Bühne auftretenden Bands waren Garanten für dieses Erlebnis.

Marco Marchi bringt mit seinen Mojo Workers frischen Wind in das Bluesgeschehen. Hier haben sich vier gleichgesinnte Könner zusammengefunden, die mit ihrer innovativen prickelnd-erfrischenden Art in Europas Bluesszene ein Zeichen gesetzt haben. Das schweizerische ‚acoustic blues quartet‘ präsentierte ein Repertoire aus Blues, Ragtime, Early Jazz und Boogie in unverwechselbarem Sound. Seit ihrem ersten Konzert im Jahr 2009 hat sich diese Band in bemerkenswerter Weise erfolgreich etabliert. Dass auf Marco Marchi & The Mojo Workers weitere internationale Aufmerksamkeit zukommen wird, ist vorprogrammiert. Die Schweizer Blues-Truppe hatte schon beim vorigen Zulu’s Ball die ‚Blues Corner‘ zum Beben gebracht und wir haben uns sehr gefreut, den zahlreichen Bitten nach einem erneuten Auftritt dieses Top-Quartetts entsprechen zu können.

Mit Zydeco Annie + Swamp Cats kam eine weitere Top-Formation, die ebenfalls an dieser Stelle schon für  Furore gesorgt hat. Anja Baldauf (Zydeco Annie) ist das Herzstück dieser Band, die auf einzigartige Weise die Vielfalt der Musik aus den französischen Karibikkolonien und den Zuwanderen aus Arkadien (Cajuns) mit Hingabe und purer Spielfreude und mit Eigenkompositionen angereichert, auf die Bühne bringt. Was Zydeco Annie dabei ihrem Accordeon entlockte, war geradezu sensationell. Auch die übrigen Bandmitglieder ließen erkennen, dass sie sich mit großer Leidenschaft der Cajun- und Zydecomusik verschrieben haben.

Piano Bar

In der Piano Bar ging es zwar etwas beschaulicher zu, keines wegs war es jedoch zu ruhig. Dafür sorgten die beiden Meister der Tasten. Ob Boogie, Ballade, Ragtime oder swingende Evergreens, hier war alles versammelt, was das Piano hergab. Dafür sorgten zwei Pianisten der Extrakasse, die übrigens auch gerne die Begegnung mit dem Publikum suchten und sogar Wünsche erfüllten, wenn diese ins Programm passen.
Fraser Gartshore ist sozusagen „Wiederholungstäter“ beim Zulu’s Ball und ein Multitalent als Pianist und Entertainer mit Humor und Charme. Der aus Schottland stammende Westerwälder ist gefragter Solist, Arrangeur und Komponist. Seine unterhaltende, dem Publikum zugewandte Spielkunst auf hohem musikalischen Niveau beeindruckte bereits im Vorjahr und hinterließ eine äußerst vergnügte Hörerschar.

Neu in Schwalbach dagegen war Sebastian Laverny, der aus der Klassik kommend konstatiert: „Jazz und Klassik beißen sich nicht“. Neben seinen Auftritten in der etablierten Jazzszene ist er zudem als Chorleiter und Kapellmeister am Mainzer Staatstheater aktiv. Wenn Sebastian Laverny spielt, dann klingt es nach Laverny. Es gibt im Jazz kaum einen Pianisten mit ähnlich hohem Wiedererkennungswert. Sein klassisch geschulter Anschlag aktiviert den kompletten Resonanzraum eines jeden Klaviers, doch am Swing erkennt man den Jazzer. Üppige Harmonien, satte Klangfarben, polyphone Improvisationen und eine starke linke Hand sind seine Markenzeichen. Sebastian Laverny zählt zu den wenigen Jazz-Pianisten, die noch die alte Technik der ‚locked hands‘  beherrschen: ein wahres Ausnahmetalent. Auch er war sicher nicht zm letzten mal beim Zulu´s Ball.